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Debt Push Down ist eine Finanzierungsstruktur bei Unternehmenskäufen. Dabei werden Akquisitionsschulden von der Käufer-Holding auf das erworbene Zielunternehmen verlagert. Ziel ist die steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsaufwendungen auf Ebene des operativen Unternehmens.

Debt Push Down

Debt Push Down ist eine Finanzierungsstruktur bei Unternehmenskäufen. Dabei werden Akquisitionsschulden von der Käufer-Holding auf das erworbene Zielunternehmen verlagert. Ziel ist die steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsaufwendungen auf Ebene des operativen Unternehmens.

Was ist Debt Push Down?

Bei einem typischen Leveraged Buyout (LBO) nimmt eine Akquisitionsgesellschaft (NewCo oder Holding) Fremdkapital auf, um die Anteile am Zielunternehmen zu erwerben. Das Problem: Die Zinsen fallen auf Ebene der Holding an, während die operativen Gewinne im Zielunternehmen entstehen.

Debt Push Down löst dieses Problem, indem die Schulden – oder deren wirtschaftliche Wirkung – auf die Ebene des Zielunternehmens verlagert werden.

Warum ist Debt Push Down wichtig?

❌ Ohne Debt Push Down
  • Holding hat Zinsaufwand, aber keine operativen Erträge
  • Zielunternehmen hat Gewinne, aber keine Zinsaufwendungen
  • Keine steuerliche Verrechnung möglich
  • Holding macht steuerliche Verluste, die nicht nutzbar sind
✓ Mit Debt Push Down
  • Zinsaufwand auf Ebene des Zielunternehmens
  • Verrechnung mit operativen Gewinnen
  • Steuerersparnis durch Zinsabzug
  • Höherer freier Cashflow für Schuldentilgung

Methoden des Debt Push Down

1. Verschmelzung

Die Akquisitionsholding wird auf das Zielunternehmen verschmolzen (Downstream Merger). Nach der Verschmelzung trägt das Zielunternehmen die Schulden.

✓ Direkte Übernahme der Schulden

✗ Sperrfristen beachten, Verlustvorträge können untergehen

2. Organschaft

Steuerliche Organschaft zwischen Holding und Zielunternehmen. Ergebnisse werden zusammengefasst – Zinsaufwand mindert Gewinne.

✓ Keine rechtliche Verschmelzung nötig

✗ 5-jährige Mindestlaufzeit, GAV erforderlich

3. Gesellschafterdarlehen

Zielunternehmen nimmt Darlehen bei Holding auf und zahlt Sonderdividende. Holding tilgt damit Bankschulden.

✓ Flexibel gestaltbar

✗ Fremdvergleich beachten, Zinsschranke

4. Refinanzierung

Zielunternehmen nimmt selbst Bankschulden auf und zahlt Sonderdividende. Holding tilgt Akquisitionsschuld.

✓ Echte Bankfinanzierung auf Zielebene

✗ Bank muss mitspielen, neue Sicherheiten

Beispielrechnung

Steuerliche Auswirkung des Debt Push Down
Kaufpreis 5.000.000 €
Fremdfinanzierung (60%) 3.000.000 €
Zinssatz 5%
Jährliche Zinsen 150.000 €
EBIT Zielunternehmen 500.000 €
Steuersatz 30%
Jährliche Steuerersparnis 45.000 €

Steuerliche Grenzen

  • Zinsschranke (§ 4h EStG): Zinsabzug auf 30% des EBITDA begrenzt
  • Fremdvergleichsgrundsatz: Konzerninterne Darlehen müssen marktüblich sein
  • § 8a KStG: Einschränkungen bei Gesellschafterfremdfinanzierung

Voraussetzungen

  • Ausreichend Eigenkapital: Im Zielunternehmen für Dividendenzahlung
  • Keine Sperrfristen: Aus früheren Umstrukturierungen
  • Zustimmung der Bank: Änderung der Sicherheitenstruktur
  • Ausreichend EBITDA: Für Zinsschranke
  • Steuerliche Beratung: Komplexe Fallstricke beachten

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