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Die Kaufpreisallokation (englisch: Purchase Price Allocation, PPA) ist ein bilanzieller Prozess nach einem Unternehmenskauf. Sie verteilt den gezahlten Kaufpreis auf die einzelnen erworbenen Vermögenswerte und Schulden – und macht den oft entstehenden Goodwill sichtbar.

Kaufpreisallokation (PPA)

Die Kaufpreisallokation (englisch: Purchase Price Allocation, PPA) ist ein bilanzieller Prozess nach einem Unternehmenskauf. Sie verteilt den gezahlten Kaufpreis auf die einzelnen erworbenen Vermögenswerte und Schulden – und macht den oft entstehenden Goodwill sichtbar.

Was ist Kaufpreisallokation?

Bei einer Unternehmensübernahme entspricht der Kaufpreis selten genau dem Buchwert des erworbenen Nettovermögens. Die Kaufpreisallokation ordnet den Kaufpreis den einzelnen Bilanzpositionen zu ihren beizulegenden Zeitwerten (Fair Values) zu.

Der Betrag, der nach Zuordnung auf alle identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden übrig bleibt, wird als Goodwill (Geschäfts- oder Firmenwert) aktiviert.

Wann ist eine Kaufpreisallokation erforderlich?

  • IFRS-Bilanzierung: Verpflichtend nach IFRS 3 “Unternehmenszusammenschlüsse”
  • HGB-Konzernabschluss: Bei Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen
  • US-GAAP: Verpflichtend nach ASC 805

Der PPA-Prozess in 5 Schritten

1

Ermittlung des Kaufpreises

Alle Gegenleistungen erfassen: Barzahlung, Anteile, Earn-Out-Komponenten und übernommene Schulden.

2

Identifikation der Vermögenswerte

Materielle (Maschinen, Immobilien), immaterielle (Marken, Patente, Kundenbeziehungen) und finanzielle Vermögenswerte.

3

Bewertung zum Fair Value

Jeder Vermögenswert wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet – oft durch externe Gutachter.

4

Identifikation der Schulden

Finanzverbindlichkeiten, Rückstellungen (auch Eventualverbindlichkeiten), latente Steuern.

5

Berechnung des Goodwills

Differenz zwischen Kaufpreis und Fair Value des Nettovermögens.

Goodwill = Kaufpreis − Fair Value des Nettovermögens

Beispiel einer Kaufpreisallokation

Position Buchwert Fair Value
Sachanlagen 500.000 € 650.000 €
Vorräte 200.000 € 220.000 €
Forderungen 300.000 € 290.000 €
Kundenbeziehungen (neu identifiziert) 0 € 400.000 €
Marke (neu identifiziert) 0 € 150.000 €
Verbindlichkeiten -400.000 € -400.000 €
Nettovermögen (Fair Value) 1.310.000 €
Kaufpreis 2.000.000 €
Goodwill 690.000 €

Aufdeckung stiller Reserven

Die PPA deckt häufig stille Reserven auf, die in der Bilanz des Verkäufers nicht sichtbar waren:

  • Immobilien: Oft zu historischen Anschaffungskosten bilanziert
  • Kundenbeziehungen: Wert langfristiger Kundenverträge
  • Marken: Selbst geschaffene Marken sind nicht aktivierungsfähig
  • Technologie/Know-how: Entwickelte Software, Patente
  • Auftragsbestand: Wert gesicherter zukünftiger Aufträge

Auswirkungen auf die Folgebilanzierung

Abschreibungen

Die aufgedeckten stillen Reserven und neu identifizierten immateriellen Vermögenswerte werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Das belastet das Ergebnis in den Folgejahren.

Goodwill-Impairment

Der Goodwill wird nicht planmäßig abgeschrieben (außer im HGB-Einzelabschluss), sondern jährlich auf Wertminderung geprüft (Impairment-Test).

Kosten einer Kaufpreisallokation

Komplexität Typische Kosten
Einfache Transaktionen 5.000 – 15.000 €
Mittelgroße Transaktionen 15.000 – 40.000 €
Komplexe Transaktionen 40.000 – 100.000+ €

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